Kinder und Jugendliche im Internet

So führen Eltern ihre Kinder sicher durchs Internet

Kinder erhalten mit dem Internet uneingeschränkten Zugruff auf die "Welt der Erwachsenen". Verbote bringen meist nichts, da allenfalls die Internetnutzung zu Hause kontrolliert werden kann, aber nicht die bei Freunden oder auf dem Handy. Die bessere Alternative: Aufklärung.

Welche Inhalte eignen sich für mein Kind und ab wann soll es los gehen? Es gibt viele gute Angebote, die sich bereits für Kleinkinder eignen:

Bis 3 Jahre: Kinder ahmen gerne das Verhalten ihrer Eltern nach: ein bisschen auf der Tastatur herum klimpern und die Maus benutzen. Es sind altersgemässe Seiten aufzusuchen, die immer wieder besucht werden können. Auch Bilder zum Beispiel auf Pinterest (Tiere, Autos, usw.) oder kurze Videos bei YouTube sind interessant. Die Kinder sollten nicht mit zu vielen verschiedenen Inhalten überfordert werden. Eine viertel Stunde am Stück sind für den Anfang genug.

Links: wdrmaus.de/elefantenseite, toggolino.de, leo-lausemaus.de

4 bis 6 Jahre: «Edutainment», also das spielerische und unterhaltsame Lernen wird jetzt immer interessanter für Kinder. Sie können die Navigation bereits alleine bedienen. Trotzdem sollte das Kind nie lange alleine gelassen und die Internetwelt immer gemeinsam durchforscht werden.

Links: wdrmaus.de/elefantenseite, toggolino.de, kika.deleo-lausemaus.de

7 bis 11 Jahre: Dieses Alter ist sozusagen die wichtigste Interne Prägephase. Leisten Eltern jetzt gute Arbeit, wird es ihnen später jede Menge Stress und vielleicht sogar Geld sparen. Kinder beginnen nun, Hobbys auch online nachzugehen: Spielen, Chatten, Informieren heisst das Motto. Damit steigen auch die Anforderungen an die Eltern. Lesezeichen bieten zunächst den einfachen Zugang zu den Lieblingsseiten des Sprösslings. Alltagssituationen und Fragen der Kinder sollten zum Anlass genommen werden, das Kind in der Websuche zu unterstützen. Ein Vorteil darin besteht, dass sich ganz unbemerkt ein Eindruck davon verschafft werden kann, wie sich das Kind in unbekanntem Webterrain bewegt. Mögliche Gefahrenpunkte können sofort angesprochen werden. Ausserdem sollten Hinweise auf die Netiquette folgen. Gefahren im Chat sind ebenfalls ein Thema: zum Beispiel, dass sich nicht immer die Personen hinter einem Chat verbergen, für die sie sich ausgeben. Das Kind steigert so von Tag zu Tag seine Medienkompetenz, bis es ruhigen Gewissens alleine oder mit Freund/innen auf eine Entdeckungsreise durchs Web geschickt werden kann. Übrigens auch ein guter Zeitpunkt, um spielerisch das 10-Finger-System zu erlernen.

Links: kika.de, toggo.de, nick.ch, internet-abc.de, leo-lausemaus.de, zambo.ch

Ab 12 Jahre: Kinder nutzen nun das gesamte Spektrum des Internets: virtuelle Kontakte, Musik und Videos aus dem Netz, usw. Nun wird sich zeigen, wie gut Eltern ihr Kind vorbereitet haben. Für die Eltern gilt: Bleiben sie souverän. Statt ängstlich und abweisend auf die medialen Vorlieben der jungen Erwachsenen zu reagieren, lieber interessiert sein, sich unbekannte Angebote erklären lassen und auf Risiken und Konsequenzen hinweisen. Nur wenn Kinder begreifen, warum sie etwas nicht dürfen und was daraus entstehen kann, greifen Verbote.

Links: fakeschutz.de, chatten-ohne-risiko.net, geschichtenausdeminternet.ch

Wie können Kinder bei der kompetenten Internetnutzung unterstützt werden? Eine Orientierungshilfe kann nur der geben, der selbst über ein Mindestmass an Internet-Know-how verfügt. Auch gemeinsame Online-Erfahrungen helfen, das Internet besser zu verstehen. Wichtig ist, Kinder zu ermutigen, Dinge auch mal kritisch zu hinterfragen und nicht immer blind der Masse zu folgen. Eine «besserwisserische» Haltung Erwachsener in problematischen Situationen ist fehl am Platz. Besser, das Kind aus Fehlern lernen lassen und als Vertrauensperson immer zur Verfügung stehen. Kinder können unerwünschte Inhalte, wie Gewalt, Rassismus und Pornografie verwirren und verstören. In solchen Situationen sind sie besonders auf die Hilfe Erwachsener angewiesen.

 

Quelle: Auszug aus Pocket Guide Social Media: Wissenswertes und Tipps für Business und Privatleben